Senat bricht Versprechen: Semesterbeitrag steigt wieder

Die Rückmeldefrist für das Wintersemester 2026/27 hat begonnen, ab jetzt kann man den Semesterbeitrag für das kommende Semester bezahlen. Dieser beträgt nun 443,25€ und ist damit 18€ höher als im Sommersemester 2026. Grund dafür ist, dass die Bundesregierung das Deutschlandsemesterticket erhöht hat. Ursprünglich haben die Bürgerschaftsfraktionen der im Senat vertretenen Parteien im Zuge der Haushaltsaufstellung 2026/27 angekündigt, dass diese Erhöhung vom Land ausgeglichen werden soll.

Dazu erklärt Philipp Gravenhorst, Referent für Hochschulpolitik:

“Es ist ein krasses Versagen des Senats, dass er seine eigenen Ankündigungen nicht umsetzen kann. Nachdem er den Verwaltungskostenbeitrag nicht abgeschafft, sondern sogar erhöht hat, macht er seine vorige Ankündigung wieder nicht wahr. Er feiert hohe Studierendenzahlen, die Bedeutung der Hochschulen für die lokale Wirtschaft und nun den Exzellenzstatus, aber lässt Studierende im Regen stehen. Diese hohen Barrieren für den Bildungszugang verschärfen die extreme soziale Ungleichheit in Bremen noch weiter. Deswegen ist für uns klar: Der Senat muss seine Versprechen umsetzen: Zunächst muss er die Beitragserhöhung abwenden und dann den Verwaltungskostenbeitrag abschaffen. Die Verantwortung für studentische Armut kann die Landesregierung nicht immer an den Bund und das BAföG schieben. Ein erster Schritt dafür ist eine bessere Ausstattung des Studierendenwerks. Mensapreise und Wohnheimmieten müssen gleich bleiben. Des Weiteren brauchen wir mehr Wohnheimplätze. Zudem wollen wir, dass der Semesterbeitrag nicht über unseren Kopf hinweg entschieden wird.”

Vom Wintersemester 2024/25 auf das Wintersemester 2025/26 ist der Semesterbeitrag um 90€ gestiegen. Grund dafür war, dass der Senat im Zuge seiner “Haushaltssanierung” den Verwaltungskostenbeitrag erhöht und Zuschüsse ans Studierendenwerk gekürzt hat und dass die Bundesregierung Mehrkosten für das Deutschlandticket auf die Kund*innen abgewälzt hat. Damit ist der Semesterbeitrag innerhalb von zwei Jahren um fast 25% gestiegen. Über 4.000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, welche die Übernahme des Verwaltungskostenbeitrags durch das Land, die Teilsubventionierung des Deutschlandsemestertickets und die Ausfinanzierung des Studierendenwerks Bremen gefordert haben. Sie wurde in der letzten Bürgerschaftssitzung für erledigt erklärt.

Am 20. Mai kommen die Staatsrätin Karolina Kumar und weitere Mitarbeitende der Senatorischen Behörde für Umwelt, Klima und Wissenschaft in den Akademischen Senat für eine Aktuelle Stunde zum Thema Studienfinanzierung. Kommt gern dazu und diskutiert mit den Verantwortungsträgern, was ihr von der neuerlichen Erhöhung haltet.