AStA-Forderungen an Uni und Landespolitik: SOLIDARSEMESTER 2020!

Der AStA Bremen unterstützt die Aktiven der Initiative TVStud und ihren offenen Brief mit zentralen Forderungen an die Landespolitik:

Offener Brief an die Landesregierung des Landes Bremen

Darüber hinaus fordern wir von der Uni Bremen und der Regierung weitere Maßnahmen, um der besonderen Situation an unserer Uni gerecht zu werden:

Studierende und Lehrende im Land Bremen stehen gerade aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemie vor großen Herausforderungen. Die Einschränkungen des Hochschulbetriebs, geschlossene Bibliotheken, Absagen der Präsenzlehre sowie die Isolation führen zu einer angespannten Situation. Auch abseits der Hochschulen ergeben sich Schwierigkeiten, die Einfluss auf das Studium haben.

Studierenden brechen die Jobs und die finanzielle Unterstützung der Eltern weg. Viele müssen sich jetzt um kleine Geschwister oder zu pflegende Angehörige kümmern. Gerade in Bremen, wo viele Menschen von Armut bedroht sind, stellt dies große Hindernisse auch für Studierende dar.

Die Absage der Präsenzveranstaltungen und die Umstellung auf digitale Lehre werden neue Probleme mit sich bringen und alte verschärfen. Schon jetzt wird das Lehrangebot eingeschränkt und es ist noch unklar, welche Prüfungen überhaupt in welcher Form stattfinden werden. Wir bezweifeln zudem sehr, dass der ohnehin unterfinanzierten Uni Bremen so schnell eine gelungene Umstellung auf digitale Lehre gelingt, die den didaktischen Ansprüchen, aber auch umfassender Barrierefreiheit und Datenschutz gerecht wird.

Wir sehen im Gegenteil die Gefahr, dass soziale Unterschiede jetzt noch viel deutlicher hervortreten werden. In einer lauten Familie oder Wohngemeinschaft, mit schlechtem Laptop und auf engem Raum studiert es sich beispielsweise viel schlechter als in den Räumen der Universität mit Zugang zur Bibliothek. In vielen Haushalten wird es schlicht unmöglich sein, immer einen ruhigen Arbeitsplatz zu den Seminarzeiten zu garantieren. Studierende, die ihren Job verloren haben, müssen in erster Linie erstmal finanziell über die Runden kommen und haben weniger Zeit, weniger Geld, geschweige denn den Kopf für ein ‘normales’ Vollzeitstudium.

Sowohl Studierenden, als auch Lehrenden muss bewusst sein, dass das kommende Semester nach dem Schema trial-and-error laufen wird. Das bedeutet, dass Probleme auftreten werden. Sei es, weil bei einer Videokonferenz mit zwanzig Leuten die Konzentration fehlt, etwas konstruktives beizutragen oder weil eine Prüfungsnote zu spät kommt, da Dozierende gerade noch mehr zu tun haben als sonst. Sei es, dass Pflichtpraktika im Ausland gerade nicht absolviert werden können, oder Beratungsstellen überlastet sind. Deshalb gilt für alle: Es kann nicht erwartet werden, dass dasselbe Leistungsniveau erbracht wird wie in jedem anderen Semester.

Das mindeste, was die Hochschulen und Landesregierung jetzt tun müssen, ist die Rahmenbedingungen so anzupassen, dass der Druck auf Studierende und Lehrende reduziert wird und für Studierende keine Nachteile daraus entstehen, dass Sie nicht so studieren können wie sonst.
Deshalb schließen wir uns als AStA der Uni Bremen den Forderungen des bundesweiten Bündnisses “Solidarsemester” an: solidarsemester.de
und fordern konkreter von der Uni-Leitung und Bremer Landespolitik:

AStA-Forderungen an Uni und Landespolitik: SOLIDARSEMESTER 2020!

Kommentare sind geschlossen.